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cotopaxi

 

Drei Kandidaten interessieren sich weiter, sie wollen ihre korrigierten Reifeprüfungen einsehen. Wir kramen in der Direktion die entsprechenden Mappen hervor und suchen ein ruhiges Platzerl zum Besprechen.

"Dass Sie mir da noch ein Sehr gut gegeben haben ... also das wundert mich," zuckt Melanie, eine Perle von einer Schülerin, angesichts ihrer Fehler zusammen. Sie hat ungewohnt viel Rot in ihrer Arbeit gesehen.

"Die Kandidatin versteht es ausgezeichnet, die Argumente des Textes mit ihren eigenen Erfahrungen harmonisch abzustimmen und sich authentisch und idiomatisch korrekt mitzuteilen", lese ich ihr aus meiner Notenbegründung vor.

Da muss sie herzlich auflachen: "Nicht schlecht!"
"Warum dürfen wir diese Begründungen eigentlich nicht lesen?", schaltet sich ein Mitschüler interessiert ein.
"Keine Ahnung! Aber ich darf sie euch schon bekannt geben ... nehme ich mal an."
"Und bei mir? Haben Sie da auch so tolle Sachen dazu geschrieben?"
"Na klar. Das gehört zum Spiel. Wenn ich den Vorsitzenden der Maturakommission von einer Beurteilung überzeugen will, dann muss ich tief in die akademische Zauberkiste greifen ... viel Bluff."
"Das können Sie!"
"Bisher sind alle meine Notenvorschläge akzeptiert worden."

Darauf bin ich stolz, obwohl das nur ein weiterer Beweis dafür ist, dass unsere Noten an Subjektivität nicht zu überbieten sind.

Was ich denke, aber nicht sage, nicht sagen darf:

"Melanie war immer gut, sie hat eine sehr gute Note verdient und ich gebe sie ihr auch dann, wenn sie einmal mehr Fehler als gewohnt gemacht hat. Dafür sorge ich mit meiner Begründung."

Objektiv ist was anderes.
(Vorne an einer Kamera?)

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