An der Stirnseite des Lehrerzimmers tauchen zwei dunkelhäutige Männer mit Plastiksäcken auf. Sie packen bunte Rollen Seidenpapier aus und suchen unsere geschätzte Aufmerksamkeit.
Die Lehrer kramen in ihren Sachen, laufen vom Arbeitsplatz zu den Postfächern zu den Kopierern zu den Computern zu den Unterlagen, zur Kaffemaschine ... Die beiden Herren erhaschen höchstens mitleidige Blicke, als sie beginnen aus dem Buntpapier lustige Blumen zu zaubern. Es läutet und wir hasten in die Klassen.
Nach zehn Minuten - die Wiederholung der letzten Stunden neigt sich zu Ende - klopft es schüchtern an der Tür. Einer der Herren, dessen Hautfarbe seinem Anzug gleicht, tritt unterwürfig ein:
"May I ..." und drückt mir ein Dokument, das angeblich von der indischen Botschaft stammt, in die Hand. Schon steht er an meinem Tisch und macht sich mit bloßen Händen und einer rostigen Schere an die Arbeit. Er stammelt zehn englische Worte dazu und im Nu hängen bunte Girlanden und Blumen in der Klasse. In meinen Händen landet eine Lotosblüte, in meinen Augen sein flehender Blick.
Die Kinder klatschen und staunen, wie er mit einfachsten Mitteln schöne Dinge bastlen kann.
Bevor wir zum Überlegen kommen, wie wir den Papierkünstler höflich verabschieden können, hält er bereits eine gedruckte Anleitung ins Publikum und streckt drei Finger in die Luft.
Ich übersetze den Kindern: "Für drei Euro könnt ihr die Broschüre kaufen."
Uninteressant.
Langweilig.
Fad.
Ich raffe mich auf.
"Wisst ihr was? Wir spenden ihm für jede gebastelte Blume einen Euro. Wer will meine haben?"
Plötzlich steht ein Dutzend Kinder neben mir.
"Ahh, Sir, could you make some more flowers?"
Wir schauen ihm neidvoll auf seine flinken Finger, die alle 30 Sekunden eine neue Blüte in zahlende Kinderhände entlassen.
Schlussendlich bleiben mir noch 5 Minuten Unterricht.
"Was haltet ihr von dem Mann? Warum macht er so einen Job?"
Darüber könnten wir noch Stunden reden.

Die Lehrer kramen in ihren Sachen, laufen vom Arbeitsplatz zu den Postfächern zu den Kopierern zu den Computern zu den Unterlagen, zur Kaffemaschine ... Die beiden Herren erhaschen höchstens mitleidige Blicke, als sie beginnen aus dem Buntpapier lustige Blumen zu zaubern. Es läutet und wir hasten in die Klassen.
Nach zehn Minuten - die Wiederholung der letzten Stunden neigt sich zu Ende - klopft es schüchtern an der Tür. Einer der Herren, dessen Hautfarbe seinem Anzug gleicht, tritt unterwürfig ein:
"May I ..." und drückt mir ein Dokument, das angeblich von der indischen Botschaft stammt, in die Hand. Schon steht er an meinem Tisch und macht sich mit bloßen Händen und einer rostigen Schere an die Arbeit. Er stammelt zehn englische Worte dazu und im Nu hängen bunte Girlanden und Blumen in der Klasse. In meinen Händen landet eine Lotosblüte, in meinen Augen sein flehender Blick.
Die Kinder klatschen und staunen, wie er mit einfachsten Mitteln schöne Dinge bastlen kann.
Bevor wir zum Überlegen kommen, wie wir den Papierkünstler höflich verabschieden können, hält er bereits eine gedruckte Anleitung ins Publikum und streckt drei Finger in die Luft.
Ich übersetze den Kindern: "Für drei Euro könnt ihr die Broschüre kaufen."
Uninteressant.
Langweilig.
Fad.
Ich raffe mich auf.
"Wisst ihr was? Wir spenden ihm für jede gebastelte Blume einen Euro. Wer will meine haben?"
Plötzlich steht ein Dutzend Kinder neben mir.
"Ahh, Sir, could you make some more flowers?"
Wir schauen ihm neidvoll auf seine flinken Finger, die alle 30 Sekunden eine neue Blüte in zahlende Kinderhände entlassen.
Schlussendlich bleiben mir noch 5 Minuten Unterricht.
"Was haltet ihr von dem Mann? Warum macht er so einen Job?"
Darüber könnten wir noch Stunden reden.

teacher - am Dienstag, 22. Mai 2007, 20:45