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cotopaxi

 

Teresa sitzt mitten in einer naturwissenschaftlichen Klasse und schlägt sie alle - überall, aber besonders in Mathematik und Physik.
Nur ein zweites Mädchen hat sich in diese Schwerpunktklasse "verirrt", ihre Geschlechtsgenossinnen lernen lieber eine weitere Fremdsprache, Pädagogik oder Psychologie. Um dort die Minderheit der Burschen zu schlagen.

Es liegt nahe, in dieser Klasse die Unterschiede der Geschlechter zu thematisieren.
"Die Mädchen liefern besonders schwache Ergebnisse, wenn sie sich im Vergleich zu Burschen beweisen müssen," zitiert einer der Herrren eine vorgelegte Studie.
Teresa darf erheitert lächeln.

Abschließend frage ich Teresa, was sie gerne studieren möchte.
"Das weiß ich noch nicht ... Umweltmanagement würde mich interessieren."
"Nein!", bricht es aus mir heraus, "Warum nicht gleich Soziologie?"
Ich lege mich richtig ins Zeug: "Du gehst mir in kein Modestudium!"

So bestimmt kennen mich die Schüler überhaupt nicht. Aber ich muss sie aufwecken, diese Mädchen ohne beruflichen Ehrgeiz.

Teresa erinnert mich nämlich an eine der feministischsten (Superlativ!) Maturakandidatinnen, die ich jemals durch die Reifeprüfung gebracht habe. Blitzgescheit, hochkritisch, mega-engagiert. Und antwortet auf die abschließende Frage, was sie nach der Schule angehen werde, naiv mit: "Kindergärtnerin."

"Teresa!", setze ich nach, "Schau Dich auf der TU um. Deren Absolventen sind gefragt, verdienen gut, tolles Image ... und bringen wirklich was weiter."

Immerhin. Sie hat es getan, sie hat den Studienführer durchforstet. Aber sie wird es nicht tun, sie wird nicht Technik studieren.
"Da ist für mich nichts dabei."
"Kannst ja Soziologie oder Theaterwissenschaften machen", feixen die männlichen Nullen ihrer Nachbarschaft.

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