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cotopaxi

 

"Nelli! Kannst Du Dich jetzt endlich zur Tafel drehen?"
"Ich sitz' eh auf meinem Platz."

Nelli entwickelt eine schwierige Persönlichkeit und die Eltern haben aufgegeben:
"Sie geht dann in ihr Zimmer ... da dürfen wir nicht hinein."
Nelli ist elf Jahre alt und stählt ihren starker Charakter. Zuhause hat sie ihr Revier 100-prozentig abgesteckt. Zimmer rein - Türe zu - Musik an. Ihre Mutter darf nicht mehr in ihr Reich vordringen, außer Nelli gibt in bester Laune ihr Einverständnis dafür. Geschwister hat sie keine, der Vater ist ausgezogen.

In der Klasse sitzt Nelli mit 27 MitschülerInnen und muss sich anpassen:
Sie sollte z.B. ihre Bank mit einer Nachbarin teilen statt zu 80% belagern.
Sie sollte z.B. zur Karte schauen statt den Mitschülern Grimassen zu schneiden.
Sie sollte z.B. die Knie unter statt auf dem Tisch platzieren.
Sie sollte zuhören, mitschreiben, zusammenräumen ...

Sie sollte, aber sie will und tut nicht.

"Das sind alle Trotteln!" wiederholt sie die familiär geprägte Einstellung zu sozialisierten Mitbürgern. Diese wollen friedlich mit ihr umgehen und Auseinandersetzungen vermeiden.
Irgendwann werden sie aufgeben und sich abwenden. Sie meiden.
"Alles Trotteln."

Wir haben sie so aus der Volksschule bekommen, fix fertig geprägt, wir ahnen, wo sie in den kommenden Jahren versinken wird.
Wir sagen: "Ein ungezogenes Einzelkind, wohlstandsverwahrlost, egoistisch."
Aber wir sind ja Trotteln.

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