Die halbe Klasse sitzt am Gang herum und bittet um Geduld, die andere Hälfte diskutiert aufgeregt an ihren Plätzen.
"Was ist los?"
Ich höre siebzehn Antworten, die alle nicht zum Kern des Problems vorstoßen.
Bald schreibe ich die Stunde endgültig ab. Sie könnte die wichtigste im ganzen Jahr gewesen sein.
"Wir lernen nichts, weil sie zu lieb ist."
Nichts ist so absurd, dass es die Realität überbieten könnte.
Großer Aufruhr, weil eine (zu) nette Kollegin in Tränen ausgebrochen ist: "Diese Schüler respektieren mich nicht."
Lang und breit schütten die betroffenen Schüler ihr Herz aus:
"Sie ist zu gutmütig, sie kann sich nicht durchsetzen, sie macht zu wenig Stoff, sie verlangt keine Hausübungen, wir machen keine Verbesserungen, in ihrer Stunde geht es drunter und drüber, sie kann mir nur leidtun, sie lässt alles durchgehen, sie nimmt die Regeln so ernst, wie eine Glucke, ..."
Gegenstimmen werden laut, Pläne werden gewälzt, ich bin zum Zuhören verdammt. Wenn die Emotionen hoch gehen, lasse ich das Unterrichten sein. Nach 45 Minuten frei organisierter Diskussion läutet es zur Pause, aber keiner verlässt den Saal. Hereinkommende hören ein "Tür zu!" und fallen in den lamentierenden Chor ein:
"Wir lernen nichts, weil sie zu gutmütig ist."
Meine Abschiedsworte: "Ihr wisst schon, was Masochismus ist?"
"Ja, wir brauchen den Druck, sonst tun wir gar nichts."
Sechzehn Jahre Lernerfahrung.
"Was ist los?"
Ich höre siebzehn Antworten, die alle nicht zum Kern des Problems vorstoßen.
Bald schreibe ich die Stunde endgültig ab. Sie könnte die wichtigste im ganzen Jahr gewesen sein.
"Wir lernen nichts, weil sie zu lieb ist."
Nichts ist so absurd, dass es die Realität überbieten könnte.
Großer Aufruhr, weil eine (zu) nette Kollegin in Tränen ausgebrochen ist: "Diese Schüler respektieren mich nicht."
Lang und breit schütten die betroffenen Schüler ihr Herz aus:
"Sie ist zu gutmütig, sie kann sich nicht durchsetzen, sie macht zu wenig Stoff, sie verlangt keine Hausübungen, wir machen keine Verbesserungen, in ihrer Stunde geht es drunter und drüber, sie kann mir nur leidtun, sie lässt alles durchgehen, sie nimmt die Regeln so ernst, wie eine Glucke, ..."
Gegenstimmen werden laut, Pläne werden gewälzt, ich bin zum Zuhören verdammt. Wenn die Emotionen hoch gehen, lasse ich das Unterrichten sein. Nach 45 Minuten frei organisierter Diskussion läutet es zur Pause, aber keiner verlässt den Saal. Hereinkommende hören ein "Tür zu!" und fallen in den lamentierenden Chor ein:
"Wir lernen nichts, weil sie zu gutmütig ist."
Meine Abschiedsworte: "Ihr wisst schon, was Masochismus ist?"
"Ja, wir brauchen den Druck, sonst tun wir gar nichts."
Sechzehn Jahre Lernerfahrung.
teacher - am Donnerstag, 1. Februar 2007, 21:10