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cotopaxi

 

Früher war es schlimmer, da musste man das Abendprogramm gesehen haben. Als ORF 1 und ORF 2 praktisch die ganze Klasse im Allgeingang beglückte, hatten wir gemeinsamen Stoff zum Diskutieren. Fast alle konnten mitreden, wenn Franz Klammer gewann, saurer Regen fiel oder Palästina.
Alle hatten das gleiche gesehen, die gleichen Vorinformationen zum Verarbeiten. Jetzt müsste ich MTV, RTL 2 und Premiere gleichzeitig schauen, damit ich halbwegs mithalten könnte.

Trotzdem beherrschte heute ein ORF-Thema die dritte Stunde: Horrorszenen vom "globale dimming".
"Ist das wirklich so schlimm?"
"Vielleicht in 30 Jahren, wenn wir nichts dagegen tun."
"Millionen Klimaflüchtlinge, Hunger, Malaria ...?"

Ich will nicht Öl ins Feuer gießen, aber Entwarnung kann ich auch nicht geben.
"Ja! Was wir der Natur antun, das rächt sich. Die Industrie, die Autos, die Flugzeuge ... ständig blasen wir Tonnen an Giften in unsere Luft. Verrückt! Aber wir können heute noch anfangen, was dagegen zu tun."
"Was, konkret?"
"Wer von euch wird mit dem Auto in die Schule gebracht?"
Niemand will die Hand heben.
"OK, wenn alle mit dem Bus oder der Bahn fahren, dann seid ihr echte Vorbilder."
Wir reden von alternativen Energien, von Sparsamkeit, von ökologischem Denken. Ich versuche, das gestörte Gleichgewicht in der Atmosphäre verständlich darzustellen: global warming versus global dimming.

"Herr Professor, Sie sollten in die Politik gehen", schlägt am Ende der Stunde ein Mädchen vor.
"Nein, nein. Ständig herumstreiten, das mag ich nicht."
"Wir würden Sie wählen", stimmen andere schmeichelnd ein.
"Ihr seid ja gar nicht wahlberechtigt", lenke ich ab.
"Gut, dann gründen wir eine neue Partei!"

Diese Kinder haben Angst vor einer ungesunden Zukunft und verlangen mutige Maßnahmen von unseren Mächtigen. Sie zeigen Bereitschaft, auf Wohlstand und Konsum zu verzichten, weil sie langfristiger denken als unsere Demokratie und Marktwirtschaft.

Kinder an die Macht!

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