Spät nachts ziehe in durch die Bars. Es beginnt zu nieseln und ich klappe zunächst die Kapuze hoch, dann suche ich Unterschlupf in einem Hauseingang.
"Grüß' Sie, Herr T."
"Ahhh ... grüß' Dich."
Zwei Flugstunden von zuhause entfernt holt mich mein Beruf aus den Ferien. Ein ehemaliger Schüler, den ich gut fünf Jahre nicht mehr gesehen habe, erkennt mich mitten im Dubliner Szenviertel Temple Bar und beginnt frisch von der Leber zu erzählen. Wir stehen im irischen Sprühregen und schließen nahtlos an die gemeinsame Vergangenheit an.
Natürlich fällt mir nicht gleich sein Name ein, leider. Aber ich erinnere mich an seine Spleens, an seine außergewöhnliche Vorliebe für teure Parfums, seine betrübt leidende Mutter. Er hat sich kaum verändert, der alte Mädchenschwarm, er schildert mir seinen beruflichen Werdegang, seine Reisen und seine Beziehung zur grünen Insel.
"Schön, dich getroffen zu haben".
Ich freue mich, wenn mich meine Ehemaligen auf der Straße zwanglos ansprechen.
Eine Woche später haste ich in Wien von einer Buchhandlung zur anderen.
"Hallo, Herr T.", fängt mich eine bekannte Stimme mitten auf der Straße, die ich bei rot überquere, ab.
"Neinnnn, Johnny, Du schon wieder? Wie war's in Irland."
"Kalt und hochprozentig. Und bei Ihnen?"
"Regnerisch ..."
Wir tratschen über unsere jüngsten Auslandserfahrungen und hinter uns sperren die Geschäfte zu.
"Also, Johnny, bis dann ... wir treffen uns ja bald wieder."
Breites Grinsen.
Das Gute an diesen Zufällen?
Von meinen tausenden SchülerInnen sprechen mich ausschließlich jene an, die mich schon als Lehrer gemocht haben. Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit - und überdauert. So erkläre ich mir den Mythos von der "guten alten Zeit": Es melden sich nur die Guten - und das ist gut so.
Beim Durchlesen professionell reflektierend hinzugefügt: Ist das gut so?
"Grüß' Sie, Herr T."
"Ahhh ... grüß' Dich."
Zwei Flugstunden von zuhause entfernt holt mich mein Beruf aus den Ferien. Ein ehemaliger Schüler, den ich gut fünf Jahre nicht mehr gesehen habe, erkennt mich mitten im Dubliner Szenviertel Temple Bar und beginnt frisch von der Leber zu erzählen. Wir stehen im irischen Sprühregen und schließen nahtlos an die gemeinsame Vergangenheit an.
Natürlich fällt mir nicht gleich sein Name ein, leider. Aber ich erinnere mich an seine Spleens, an seine außergewöhnliche Vorliebe für teure Parfums, seine betrübt leidende Mutter. Er hat sich kaum verändert, der alte Mädchenschwarm, er schildert mir seinen beruflichen Werdegang, seine Reisen und seine Beziehung zur grünen Insel.
"Schön, dich getroffen zu haben".
Ich freue mich, wenn mich meine Ehemaligen auf der Straße zwanglos ansprechen.
Eine Woche später haste ich in Wien von einer Buchhandlung zur anderen.
"Hallo, Herr T.", fängt mich eine bekannte Stimme mitten auf der Straße, die ich bei rot überquere, ab.
"Neinnnn, Johnny, Du schon wieder? Wie war's in Irland."
"Kalt und hochprozentig. Und bei Ihnen?"
"Regnerisch ..."
Wir tratschen über unsere jüngsten Auslandserfahrungen und hinter uns sperren die Geschäfte zu.
"Also, Johnny, bis dann ... wir treffen uns ja bald wieder."
Breites Grinsen.
Das Gute an diesen Zufällen?
Von meinen tausenden SchülerInnen sprechen mich ausschließlich jene an, die mich schon als Lehrer gemocht haben. Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit - und überdauert. So erkläre ich mir den Mythos von der "guten alten Zeit": Es melden sich nur die Guten - und das ist gut so.
Beim Durchlesen professionell reflektierend hinzugefügt: Ist das gut so?
teacher - am Sonntag, 7. Januar 2007, 20:21