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cotopaxi

 

Die Presse zitiert eine aktuelle Weltbankstudie, die zu einem ernüchternden Resumee zwingt: Wir leben in einer extrem unfairen Welt - und weder Entwicklungshilfe noch Liberalisierung des Welthandels ändern daran etwas.

Den künftigen Maturanten versuche ich den im Zeitungsartikel erwähnten "Gini-Koeffizienten" mittels der so genannten "Lorenzkurve" zu verdeutlichen. Irgendwie gerät dieses hehre Ansinnen in eine Schieflage und ich stehe verwirrt an der Tafel: Wird die Y-Achse aufsteigend von 0 auf 100 % oder doch absteigend konstruiert und liegt auf der X-Achse Einkommen oder Vermögen? Vielleicht ist doch alles umgekehrt? Ich habe mein Erinnerungsvermögen überschätzt, meine Kreidenskizze zerrinnt im Stress.

In meiner intellektuellen Not wende ich mich an die Klasse, an Steffi S., einer schlauen Schülerin, die mitdenkt, und an Walter K., einem Notebook-Freak. Während erstere mit mathematischer Logik eine alternative Skizze entwirft, surft zweiterer zur wikipedia und lädt die Kurven runter.
Eigentlich stehe ich blöd da, aber meine Ziele habe ich vollständig erreicht: Die Skizzen stimmen und die Schüler haben sich selbst geholfen. Sie verstehen letztlich, was die Presse mit dem Gini-Koeffizienten meint.

Besser gehts nicht: Ich habe den Fisch nicht gefangen, aber meine Schüler angeleitet, die Netze richtig einzusetzen.

Schade, dass ich diese Stunde so nicht geplant hatte. Und dass der schale Geschmack meines Versagens die Klassenluft mein Selbstbewusstsein belastet.

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