Lehrer sind vor allem Lehrerinnen und werden manchmal schwanger. Immer zum falschen Moment, bekanntlich gibt es für die moderne Frau von heute keinen guten Zeitpunkt zum Kinderkriegen.
"Kollegin S. darf nicht mehr prüfen, übernehmen Sie das bitte."
Solche Aufforderungen hören wir, wenn jemand aus dem Lehrkörper erkrankt oder für länger ausfällt. Noch nie habe ich dabei erlebt, dass der Tausch zu Ungunsten eines Schülers ausgegangen ist. Keiner von uns kennt die Lehrgewohnheiten und Inhalte seiner Kollegin so gut, dass er spielend deren Rolle übernehmen könnte. Sagt der Schüler: "Das haben wir nicht so genau durchgenommen", dann übergehen wir das Thema großzügig. Wir schauen in die Hefte und konsultieren das Klassenbuch, aber letztlich lässt man den Prüfling auch bei grobem Nichtwissen ungestraft davonkommen: "In dubio pro reo"
Im letzten Jahr kündigte sich das Ungeborene genau zur Maturazeit an. Die Physikerin hat die Klasse zwar über Jahre vorbereitet, aber die heiklen Endprüfungen werden von ihrer Kollegin abgehalten.
"Sie hat mir die Fragen gegeben und sogar die erwünschten Antworten dazu gekritzelt ... aber ganz geheuer ist mir die Sache nicht."
"Warum?"
"Zum Beispiel hier, bei der optischen Brechung, das hätte ich ganz anders berechnet."
"Aha."
"Oder da, da sollte nicht 9, sondern 0,9 herauskommen. Aber ich finde den Kommafehler nicht."
"Naja, Hauptsache was mit 9", behandle ich die Naturwissenschaft abfällig.
"Aussserdem ... ich kenne die Kandidaten gar nicht, die haben sich bei mir nicht einmal vorgestellt."
"Das ist taktisch ungeschickt, von ihnen. Aber ich werde sie zur Prüfung aufrufen und dabei kontrollieren, dass wirklich der richtige aufsteht."
"Gut, weil mich könnten sie total legen. Ich kenne kein einziges Gesicht aus dieser Klasse."
"Kollegin S. darf nicht mehr prüfen, übernehmen Sie das bitte."
Solche Aufforderungen hören wir, wenn jemand aus dem Lehrkörper erkrankt oder für länger ausfällt. Noch nie habe ich dabei erlebt, dass der Tausch zu Ungunsten eines Schülers ausgegangen ist. Keiner von uns kennt die Lehrgewohnheiten und Inhalte seiner Kollegin so gut, dass er spielend deren Rolle übernehmen könnte. Sagt der Schüler: "Das haben wir nicht so genau durchgenommen", dann übergehen wir das Thema großzügig. Wir schauen in die Hefte und konsultieren das Klassenbuch, aber letztlich lässt man den Prüfling auch bei grobem Nichtwissen ungestraft davonkommen: "In dubio pro reo"
Im letzten Jahr kündigte sich das Ungeborene genau zur Maturazeit an. Die Physikerin hat die Klasse zwar über Jahre vorbereitet, aber die heiklen Endprüfungen werden von ihrer Kollegin abgehalten.
"Sie hat mir die Fragen gegeben und sogar die erwünschten Antworten dazu gekritzelt ... aber ganz geheuer ist mir die Sache nicht."
"Warum?"
"Zum Beispiel hier, bei der optischen Brechung, das hätte ich ganz anders berechnet."
"Aha."
"Oder da, da sollte nicht 9, sondern 0,9 herauskommen. Aber ich finde den Kommafehler nicht."
"Naja, Hauptsache was mit 9", behandle ich die Naturwissenschaft abfällig.
"Aussserdem ... ich kenne die Kandidaten gar nicht, die haben sich bei mir nicht einmal vorgestellt."
"Das ist taktisch ungeschickt, von ihnen. Aber ich werde sie zur Prüfung aufrufen und dabei kontrollieren, dass wirklich der richtige aufsteht."
"Gut, weil mich könnten sie total legen. Ich kenne kein einziges Gesicht aus dieser Klasse."
teacher - am Mittwoch, 21. Juni 2006, 20:18