Die Türe geht auf, Kollegin P. tritt ein. Ich arbeite gerade mit den Maturanten am letzten Feinschliff. Beantworte die letzten 500 Fragen, gebe zwei, drei Tipps.
Was drückt mir P. in die Hand?
Ihre Maturafragen.
"Bitte heb' sie gut auf. Ich werde Montag erst gegen halb acht kommen können."
Die Schüler bekommen große Augen. Da liegen ihre Fragen zur mündlichen Abschlussprüfung direkt vor ihnen, in Griffweite, aber uneinsehbar. So nahe, unendlich weit weg.
"Sie könnten uns das Leben sehr erleichtern!", meint bald eine vorlaute Stimme.
"Jaaa", antwortet ein Chor nervöser Kommilitonen.
"Leute, ich bin käuflich." ..... Dramatische Pause ..... "Aber der Preis ist zu hoch ... und zwar für uns alle."
Die Stimmung vor den heißen Abiturtagen schwankt ganz nach Klassenklima. Je braver und seriöser die Schüler bis zum glücklichen Ende gelernt haben, desto nervöser und hysterischer entwickelt sich der Haufen. Die coolen Klassen bleiben cool, sie haben bisher spekuliert und gewonnen, sie lassen sich nicht aus der Fassung bringen.
Sie haben in den vergangenen Jahren gelernt, die wirklich wichtigen Dinge herauszufiltern und das Unwesentliche generös zu streichen. Diese Fähigkeit hilft bei großen Prüfungen dramatisch.
Zum ersten Mal bereue ich, eine nette Klasse mit fleißigen und ehrgeizigen Kindern herangezogen zu haben. Sie versuchen alles zu lernen, nichts zu streichen. Sie leiden unter ihren Ansprüchen und meinen Erwartungen, aber wir können aus unserer Haut nicht heraus.
Hoffentlich zeigen sie nächste Woche, was in ihnen steckt.
"Reine Glücks- und Nervensache", schließt eine Schülerin apathisch.
Was drückt mir P. in die Hand?
Ihre Maturafragen.
"Bitte heb' sie gut auf. Ich werde Montag erst gegen halb acht kommen können."
Die Schüler bekommen große Augen. Da liegen ihre Fragen zur mündlichen Abschlussprüfung direkt vor ihnen, in Griffweite, aber uneinsehbar. So nahe, unendlich weit weg.
"Sie könnten uns das Leben sehr erleichtern!", meint bald eine vorlaute Stimme.
"Jaaa", antwortet ein Chor nervöser Kommilitonen.
"Leute, ich bin käuflich." ..... Dramatische Pause ..... "Aber der Preis ist zu hoch ... und zwar für uns alle."
Die Stimmung vor den heißen Abiturtagen schwankt ganz nach Klassenklima. Je braver und seriöser die Schüler bis zum glücklichen Ende gelernt haben, desto nervöser und hysterischer entwickelt sich der Haufen. Die coolen Klassen bleiben cool, sie haben bisher spekuliert und gewonnen, sie lassen sich nicht aus der Fassung bringen.
Sie haben in den vergangenen Jahren gelernt, die wirklich wichtigen Dinge herauszufiltern und das Unwesentliche generös zu streichen. Diese Fähigkeit hilft bei großen Prüfungen dramatisch.
Zum ersten Mal bereue ich, eine nette Klasse mit fleißigen und ehrgeizigen Kindern herangezogen zu haben. Sie versuchen alles zu lernen, nichts zu streichen. Sie leiden unter ihren Ansprüchen und meinen Erwartungen, aber wir können aus unserer Haut nicht heraus.
Hoffentlich zeigen sie nächste Woche, was in ihnen steckt.
"Reine Glücks- und Nervensache", schließt eine Schülerin apathisch.
teacher - am Freitag, 16. Juni 2006, 11:58